Der Weg der Blumenzwiebel

Der Weg der Blumenzwiebel

Der Weg der Blumenzwiebel

Der Bollenstreek (deutsch: Zwiebelregion) ist seit Jahrhunderten eine wichtige Region für den Anbau der Blumenzwiebel. Es erstreckt sich von Leiden bis nach Haarlem. Die größten Erzeugergebiete sind West-Friesland zusammen mit Norrdelijk Zandgebied und die Region Noord Holland. Hier werden unter anderem Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Gladiolen, Dahlien und Lilien angebaut. Das Flevoland ist das neueste Anbaugebiet, es ist die jüngste Provinz der Niederlande und liegt ca. 5m unter dem Meeresspiegel. Es wurde erst im 20. Jahrhundert aus dem Ijsselmeer abgewonnen.

Der weltweite Exportmarkt wird zu 90% von den Niederlanden angeführt. Erzeugt werden auf 24.000 ha rund 2 Milliarden Blumenzwiebeln jeglicher Art pro Jahr. Es gibt ca. 2200 Blumenzwiebelzüchter in den Niederlanden, die sich auf den Anbau von einer oder mehreren Pflanzen spezialisiert haben. China könnte in der Zukunft eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Niederlande werden. Zurzeit beträgt die Fläche „nur“ 2000 ha, auf denen Blumenzwiebeln produziert werden, aber die Gruppe der Züchter wächst stetig weiter. Viele der niederländischen Zwiebeln gehen als Ausgangsprodukt zu professionellen Produzenten, die sich auf das züchten von Schnittblumen z.B. der Tulpe spezialisiert haben. Diese gehen als Bundware oder Einzelstück über die Ladentheken des Einzelhandels.

Wie alles anfängt

Im Herbst, ca. Mitte Oktober, wird das Pflanzgut, das sind kleine Tochterzwiebeln oder auch Brutzwiebeln, auf das Feld gepflanzt. Die kleinen Zwiebeln bilden sich nach der Blüte an der Mutterzwiebel, im Frühjahr bzw. bis in den Sommer.

Bevor die Blumenzwiebeln in den Boden gepflanzt werden, ist es erst mal nötig eine Bodenprobe zu entnehmen. Somit wird festgestellt, ob Nährstoffe oder Mineralien fehlen. Ist das der Fall, wird Dünger auf die Felder aufgetragen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Jetzt können die frisch von der Mutterzwiebel getrennten Tochterzwiebeln wieder in die Erde gepflanzt werden.

Jetzt rollen Köpfe

Die ersten Triebe zeigen sich, je nach Witterung, meist ab Anfang Februar. Für den Betrieb geht die Arbeit erst so richtig los, wenn sich die ersten Knospen ab April zeigen. Speziell geschultes Personal selektiert am Anfang die Tulpenfelder. Selektieren bedeutet, Blüten die eine abweichende Form und Farbe haben, werden entfernt. Nur so kann das Unternehmen eine Sortenreinheit gewährleisten. Sobald alle Blumenzwiebeln am Blühen sind, ist es an der Zeit Köpfe rollen zu lassen...

Eine sogenannte Köpfmaschine, man kann sie sich so vorstellen wie ein überdimensional großer Rasenmäher, fährt über die Pflanzenfelder und schneidet die Blütenköpfe ab. Das ist ein wichtiger Vorgang, damit die Tulpe ihre Energie nicht in die Samenbildung steckt, sondern in die Bildung von kräftigen starken Zwiebeln. Blätter und Blütenstängel bleiben stehen. So kann die Zwiebel durch Photosynthese genügend Kraft sammeln. Photosynthese bedeutet, Pflanzen nehmen über ihre Blätter Kohlendioxid auf, welches wir ausatmen. Wasser und Kohlendioxid wird mit Hilfe von dem Sonnenlicht zu Glukose und Sauerstoff. Den Zucker benötigen die Pflanzen selber zum Wachsen. Der produzierte Sauerstoff ist dabei nur ein Abfallprodukt, der uns zu gute kommt.

Um ein optimales Ergebnis aufrecht zu erhalten, wird in regelmäßigen Abständen der Nährstoffgehalt auf dem Feld überprüft. Nur durch eine lückenlose Kontrolle kann der Betrieb die bestmögliche Qualität erzielen.

Auf der Zielgeraden

Ab Mitte Juni beginnt die Erntezeit. Mit einem Tulpenvollernter werden die Zwiebeln vorsichtig aus der Erde gezogen, auf den daneben herfahrenden Anhänger befördert und in die Abfertigungshalle gebracht. Dort werden sie gründlich mit Wasser gereinigt und anschließend getrocknet. Im nächsten Schritt sortiert eine Sortiermaschine die Zwiebeln der Größe nach. Anschließend werden in einer sogenannten Pellmaschine die Wurzel und losen Blätter entfernt. Weiter geht es auf Förderbändern, dort werden die Tulpenzwiebeln per Hand gepellt. Brutzwiebeln, Pflanzenreste und auch kranke Zwiebeln werden dort entfernt. Die Tochterzwiebeln sind noch nicht verkaufsfähig und werden im Herbst wieder in die Erde gesetzt. Nun werden die fertigen Blumenzwiebeln verpackt und warten in Klimazellen bei unterschiedlichen Lagertemperaturen auf die Reise in die Blumenfachgeschäfte.

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